Oben auf dem Berg trohnt die Kyburg, knapp dreihundert Treppenstufen weiter unten an den Ufern der Töss feiern Tausende Pfader dieses Wochenende im Sennhof im Tösstal ein grosses Fest, das Pfadi Folk Fest. Vor 50 Jahren, 1975, hat es zum ersten Mal, ebenfalls in Winterthur stattgefunden.
Auf einer riesigen Wiese neben der Töss wird Material geschleppt, Blachen gespannt, Tische und Bänke aufgestellt. Auf einem fünf Hektar grossen Gelände beim Bühler-Areal in der Mülau im Sennhof, laufen seit Anfang letzter Woche die Aufbauarbeiten für das Pfadi Folk Fest (PFF). Es findet unter dem Motto «Horizont» an diesem Wochenende von Freitag bis Sonntag statt. Zwei Wochen lang schufteten die freiwilligen Helfer von 7 bis 22 Uhr, um die Infrastruktur für die erwarteten 3500 Pfader aus der ganzen Schweiz auf die Beine zu stellen: Bühnen, Bars, riesige Blachenzelte, andere kreative Bauten, Wasserfass- und Abwaschstationen, einen Zeltplatz sowie Toiletten.
«Das Pfadi Folk Fest ist eigentlich ein Dankeschön an alle Leiter für die viele ehrenamtliche Arbeit, die sie das ganze Jahr über leisten», sagt Mitis, verantwortlich für die Medienarbeit. Ganz gratis ist das Dankeschön nicht. Ein Dreitagespass kostet 159 Franken, ein Zweitagespass ist für 119 Franken zu haben. Inbegriffen sind unter anderem die Konzerte, das Essen und ein Platz auf dem Zeltplatz.
Das PFF ist selbsttragend. Teilnehmen dürfen am Freitag und Samstag alle ab 16 Jahren - slos in erster Linie Rover und Leiter, am Familiensonntag ist das PFF auch für Familien mit Kindern offen. «Es sind nicht nur Menschen willkommen, die in der Pfadi sind oder waren, sondern alle», sagt Mitis. Neben viel Pfadilager-Stimmung mit verschiedenen Ateliers gibt es Musik von Schweizer Musikern wie Jule X, Open Season, EKK, To Athena und Valentino Vivace. Manche von ihnen waren früher selbst in der Pfadi. Das Pfadi Folk Fest fand 1975 zum allerersten Mal statt, und wird seither jedes Jahr von einer anderen Pfadi-Abteilung der Schweiz organisiert. Nun kehrt es an seine Geburtsstätte zurück. Auch die damaligen Gründer des PFF sind vor Ort und werden am Lagerfeuer die ganze Geschichte hinter dem Fest erzählen.
Möglich macht das 50-Jahr-Jubiläum im Tösstal ein Organisationskomitee aus über 60 Leuten. Wichtig sei ihnen nicht nur das Zusammensein, sondern auch der Umweltgedanke, betont Mitis. «Das Festival soll mit den Pfadi-Werten im Einklang sein», sagt sie. «So ist beispielsweise viel Material, das wir für die Infrastruktur benötigen, nicht gekauft, sondern geliehen.» Ausserdem gebe es keine Parkplätze, anreisen solle man mit dem öffentlichen Verkehr oder dem Velo. Alle nehmen ihr eigenes Geschirr mit, zusätzlich gibt es eine PFF-Tasse.
(nach Annette Saloma im Landboten / bearbeitet)
Bilder (Fotos: Verein PFF 2025 Winterthur):
- Das Sarasani wird aufgestellt
- Beim Bühler-Areal im Sennhof entstand ein grosses Festgelände.
- Für das PFF wurden diverse Bauten erstellt, wie dieser gemütliche Hängemattenturm.



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