Spatz fliegt zurück in die Schweiz

Einige Pfadfinder des Pfadfinderzugs "Sparta" gründeten eine Zeltbaugruppe und nähten die Zelte fürs Pfadilager selber. Das war etwas 1926. Sie nannten sich "Sparta-Zelt-Fabrik" (SpaZeFa) und ihre Zelte "Spatz". Einer dieser Pfadis war Hans Behrmann. Er kaufte seinem Zug die Resten für 200 Franken ab und baute daraus die Zeltmaufaktur Spatz in Zürich auf. Die ersten Gruppenzelte von Spatz sah man 1935 am Bula. Die Spatz-Zelte waren von allem Anfang aus den Bedürfnissen der Pfadfinder entwickelt worden. Robust. Langlebig. Höchste Schweizer Qualität eben. Auch die Materialien bezog Spatz aus der Schweiz. Das Zelttuch aus dem Glarnerland, die Austangen aus dem Mittelland. 1941 erfand Spatz das Doppeldachzelt mit Innen- und Aussenzelt.

Nach dem Tod des Gründers, führten 1999 Mitarbeiter das Unternehmen weiter. Es kam zu Umstrukturierungen, die Produktion wurde von Zürich nach Wallisellen verlegt. Spatz begann neben der Zeltproduktion mit dem Handel von weiteren Produkten. Doch 2016 war Schluss. Nur die Zeltproduktion und -reparatur wurde in Wädenswil in kleinem Rahmen weitergeführt. Einer der beiden Näher machte sich unter dem Namen Zelthangar sebständig, während Spatz  an Scott Sports ging, des Sortiment erweiterte und die Produktion nach Asien verlegte. Diese neue Strategie war jedoch von kurzer Dauer. Nach vier Jahren übernahm der in der Zwischenzeit etablierte Zelthangar holt nun den Spatz zurück in die Schweiz. Schweizer Qualitätszelte für höchste Ansprüche: Robust. Langlebig. Wie schon vor hundert Jahren.

Die Preise werden dadurch nicht sinken. Die Qualität hingegen erfährt einem deutlichen Sprung nach oben. Die noch vom Vorgänger in Asien produzierten Zelte kommen nur nach einer Qualitätskontrolle und punktuellen Nachbesserung in den Verkauf. "Aufgemotzt" heissen diese Modelle nun, bis Spatz-Zelte wieder "Made in Switzerland" sind. Ach ja, alte und uralte Zelte reparierte Spatz weiterhin.

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